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Seit
1540 finden Zusammenkünfte im "Krug", dem heutigen Kurmärker
statt, dessen Bau seit dem Neuaufbau nach dem Brand von 1781 mit
dem jetzigen identisch ist.
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In den 30er und 40 er Jahren kam es zu einer beginnenden Auflösung von Hufengütern, eine Begleiterscheinung der preußischen Agrarreform. Noch bis ins 19. Jahrhundert war die Agrarwirtschaft der einzige Industriefaktor des Dorfes. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden 2 Feldziegeleien. Am Lehmgraben stieß man auf ein Braunkohlenvorkommen, welches seit 1864 in der Grube "Viktoria" zunächst in einfacher Weise ausgebeutet wurde. Dieses Vorkommen war bedeutend für die noch rein handwerklich arbeitenden Betriebe. Fünf Jahre später wurde die Glasfabrik "Almhütte" gegründet und daneben bildeten die extra errichteten Arbeiterwohnhäuser einen besonderen Ortsteil von Klein- Räschen.
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Inbetriebnahme
der Grube Victoria in Groß- Räschen im Jahre 1864 1869
Gründung der Almahütte
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1871 gründete die Chemische
Fabrik Kunheim aus Berlin das Bergwerk Ilse. Die Ilse- Bergbau AG brachte
den Werksiedlungsbau in Groß- Räschen zu einer großen Blüte. Im Umkreis
des Bergwerkes entstanden eine Vielzahl von werkseigenen Wohnsiedlungen,
so zum Beispiel die Anlage "Marga" bei Brieske und auch Bückgen
- Großräschen Süd. Es folgte daraufhin ein regelrechter Boom und die Einwohnerzahl
der Gemeinde wuchs durch die neuen Arbeitersiedlungen beständig. Ab dem
Jahre 1874 wurde der Amtsbezirk Räschen eingerichtet, zu dem Groß- Räschen,
Klein- Räschen, Bückgen, Schmogro, Dörrwalde und Woschkow gehörten.
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Am
01.05.1874 eröffnete die Eisenbahngesellschaft Strousberg die Linie
Lübbenau - Kamenz und daraufhin wurde die Kaiserliche Postagentur
im Stationsgebäude der Eisenbahn Großräschen eingerichtet.
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In den darauffolgenden
zwei Jahrzehnten verändert sich das Stadtbild der Gemeinde Räschen grundlegend.
Die Schule zu Klein- Räschen (heute Grundschule II) wird 1888 eröffnet.
Im selben Jahr wird der Hugoschacht in Betrieb genommen und kurz darauf
das Glashüttenwerk "Magdalenenhütte". 1891 entsteht die Anhalter
Kolonie, ein Postamt wird erbaut und 1892 die jetzige Grundschule I eröffnet.
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Um
1900 sieht dann die neu ausgebaute Ortsmitte wie folgt aus
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Im Jahre 1900 wurde in Großräschen die erste Straßenpflasterung vorgenommen und mit der Fertigstellung der Gasanstalt 1905/06 kam es dann zu einer flächenmäßigen Einrichtung einer Gas-, Haus und Straßenbeleuchtung.
In den darauffolgenden Jahren werden die evangelische Kirche in Bückgen, 1909, die katholische Kirche, 1912/13 und die evangelische Kirche am Markt, 1916, eingeweiht.
Nach dem 1. Weltkrieg, in dem 236 Soldaten aus den Amtsbereich Räschen gefallen sind, wird in Großräschen das elektrische Licht eingeführt, zum Teil auch als Straßenbeleuchtung.
Am 01.04.1925 wird dann endlich die Eingemeindung von Groß- und Klein- Räschen vollzogen. Groß- Räschen hat zu diesem Zeitpunkt 2.817 und Klein- Räschen 3.893 Einwohner. In den nun folgenden "goldenen Zwanziger Jahren" entstehen die Gemeindesiedlung (Kant- und Richtstraße), die Viktoriasiedlung (Feld-, Linden-, Knie und Ringstraße), die Bergmannsheimstätten (Mühlenstraße links), die Kriegsgeschädigtenhäuser (K.- Kollwitz- Straße) und die GEWOBA.
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Leider
ist über die Zeit während des 2. Weltkrieges in Großräschen nicht
viel bekannt. Am 17.03.1945 kam es jedoch zu einem Bombenangriff
auf Großräschen. Die Brikettfabrik "Viktoria I" (rechts),
die Sauerstoffabrik der "Ilse", die Schumannsche Villa
und einige andere Gebäude erleiden dabei Totalschaden. In den Totenbüchern
der Gemeinden werden 28 Tote registriert.
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Am 10.10.1946 weilte Wilhelm Pieck, der spätere Präsident der DDR, in Großräschen. Im selben Jahr kommt es zur Eingemeindung von Bückgen mit der Grube Ilse und Schmogro, die Gemeinde hat jetzt 12.108 Einwohner. Nachdem der Rat der Gemeinde eine Ausschreibung zur Gestaltung eines neuen Gemeindewappens veranstaltete, wurde dieses aus einer Vielzahl von Einsendungen gewählt. Es stellt die 4 Industriezweige, die Großräschen über die Jahrzehnte bekannt machte, dar. Zum einen die Landwirtschaft, den Bergbau und zum anderen die Glasmacherei und Klinkerwerke. |
Nach der Gründung der DDR wurde Großräschen durch verschiedene neue Gebäude ein neues Gesicht verpaßt. Im Zentrum wird ein Ehrenfriedhof für die gefallenen russischen Soldaten eingerichtet, das Haus der Jugend öffnet seine Pforten, die Poliklinik wird erbaut und das Lehrkombinat, das heutige Gymnasium. nimmt seinen Betrieb auf. 1948 entsteht das Gleichrichterwerk aus dem ehemaligen AEG Werk.
1965 wird Großräschen das Stadtrecht verliehen. Die Stadt hat mittlerweile 12.500 Einwohner und eine Fläche von 21,5 Quadratkilometer.
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Vom
10.- 19.September 1971 feierte die Stadt ihr 600jähriges Bestehen.
Obwohl die erste Erwähnung der Stadt schon 1 Jahr vorher stattfand,
gab es noch 600 Jahre danach Diskussionen über das zu benennende
Datum. In der ersten Stadtchronik von 1996 stellte Fritz Bönisch
vom Chronikbeirat fest, daß die geschichtliche Überlieferung mit
der urkundlichen Erwähnung von Groß- und Klein- Räschen am 20. Dezember
1370 einsetzt.
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In den 80er Jahren beginnt dann eines der schwärzesten Kapitel der Stadtgeschichte. Man entschloß sich den weitaus größten Teil der Großräschener Stadtgeschichte wegzubaggern. Als erstes wurde die Verbindungsstraße zwischen Großräschen und Senftenberg (F 96) geschlossen. 1988/89 wird ein gesamter Ortsteil, Großräschen-Süd (Gemeinde Bückgen) verlegt und die Umsiedlung von 4100 Einwohnern, wegen Überbaggerung durch den Tagebau Meuro, eingeleitet. Für die umgesiedelten Menschen wurde extra ein Neubaugebiet in Großräschen Nord errichtet. Leider kam die Wende, um die Abbaggerung zu verhindern, zu spät und fraglich ist auch, ob es eine andere Entscheidung in Bezug auf die Braunkohleförderung gegeben hätte, denn im Tagebau Meuro wird derzeit noch immer Kohle gefördert.
Im Jahre 1992 wird das Freizeit- und Erholungszentrum eröffnet.
Zwei Jahre später wird das Gewerbegebiet "Am Räschener Laug" an der B96 eingeweiht.
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Am
28.06.1995 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, um ein neues Wappen
für den gesamten Amtsbereich Großräschen zu finden.
Das auf der linken Seite zu sehende 4 teilige Wappen wurde dann
vom Amtsausschuß unter vielen Einsendungen ausgewählt.
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Quellenmaterial:
"1370 - 1996" Großräschen -eine erste Chronik-, Stadtverwaltung Großräschen, 1996
Wolfgang Joswig: Grube Ilse, Zu neuen Ufern im Fürst-Pückler-Land, Baer Verlag, 1998